Es ist oftmals erstaunlich wie die Arme der Vergangenheit in die Gegenwart greifen können und diese wesentlich beeinflussen. So trifft oftmals das Sprichwort zu, dass die Alten sähen und die Jungen ernten werden. So verhält es sich auch in der wundervollen Region Castagniccia, die man im Osten Korsikas vorfindet. Denn in dieser Region zeigen sich die Bemühungen der Genueser in der Vergangenheit besonders und lassen diese Region zu einen besonders einsprechenden Erbe mutieren, von dem man auch heutzutage noch profitieren wird.
Denn in einstiger Zeitrechnung des 16. Jahrhunderts erließen diese Genueser einen Erlass, nach dem jeder Bauer verpflichtet war mindestens vier Bäume zu pflanzen. Da die damalige Bevölkerung überwiegend aus Bauern in dieser Region bestand , entwickelte sich innerhalb kürzester Zeitrechnung ein beachtlicher Laubwald, in dem die Kastanien dominieren. Dies hat den Grund, da auf Korsika seit jeher Kastanien zu den essentiellen Nahrungsmitteln gehören und man diese in vielerlei Formen verzehren kann. So werden diese geröstet, geschmort oder auch gebraten und dann zu den vielfältigsten Wildgerichten gereicht oder auch in Salaten verzehrt. Auch wird aus ihnen das bekannte Mehl gewonnen, mit dem man dann ansprechende Köstlichkeiten backt. Zudem sind natürlich Kastanien auch ein Futtermittel und werden auch heute noch hierzu verwendet.
Diese enorme Ansammlung von Kastanien verhalf der Region Castagniccia schon sehr früh zu einem wirtschaftlichen Aufstieg und daher wird man hier auch besonders aparte Bauwerke bewundern können. So findet man hier zwar auch die typischen kleinen Korsenhäuser vor, aber auch so manch ehemals prunkvolles Herrenhaus wird man hier zu Gesicht bekommen. Zudem äußert sich dieser Reichtum der Region auch darin, dass man hier seit frühester Zeitrechnung besondere Kapellen, Gedenkstätten oder auch Kirchen errichtete um in stiller Ehrfurcht für den Ertrag der Ernte und die Gesundheit zu denken.
Daher ist Castagniccia sicherlich eine Region, die nicht nur im Augenmerk zahlreicher Wanderfreunde steht, die die wunderbaren dichten Wälder erkunden wollen, sondern vielmehr ist man hier auch richtig wenn man sich für die typisch romanische Kirchenkunst interessiert. Zwar begegnet man diesen sakralen Bauwerken allgegenwärtig, jedoch kann man die kleinen Orte Cervione, Pedicroce, La Porta sowie das kleine Bergdorf Campodonico anführen da diese besonders schöne Kirchen oder Kapellen aufzuweisen haben. Zudem ist auch das Kloster der Region ein besonders beliebtes Ausflugsziel, da man hier besonders ansprechende Andenken erwerben kann, die von den dort lebenden Menschen eigens angefertigt und bekannt für die Castagniccia sind.
Text von Claudia Schleicher
